31. August
Letzter Tag im August. Der Sommer ist noch da. Aber der Herbst schleicht sich heran.
Letzter Tag im August. Der Sommer ist noch da. Aber der Herbst schleicht sich heran. Nebel in Seelenberg am Morgen. Zwischen den Bäumen im Wald. In meinem Hof. Mystisch. Dämpfend. Zur Introspektion einladend. Ohne Ausblick in die Ferne – wer bin ich? Jetzt.
Am Hang hinter meinem Haus hat die Brunft begonnen. Nachts um drei bis morgens um sechs röhrt der Hirsch. Volle Sehnsucht. Aber auch getrieben. Ohne Wahl. Dem Trieb unterlegen.
Helle Astern in meinem Garten. Dicke gelbe Polster und die dünnen Blütenblätter, die sich ringsherum reihen.
Oh, und die Dunkelheit, zu meiner Aufstehenszeit! Ich mag es. Ich zünde meine Kerzen an und trinke meinen warmen Tee. Heute Nacht hat es geregnet. Sogar stark auf das Dach getrommelt. Keine Hirsche. Dafür Geborgenheit.
Im Herbst denke ich immer an die schottischen Highlands. Oder die britischen Ebenen. Alte Schlösser. Jagd. Wachsjacken. Gummistiefel. Ein Picknick mit warmem Tee auf abgeblühter Wiese. Steinmauern. Spinnweben, in denen sich Wassertropfen fangen. Ein erstes Kaminfeuer. Alte Land Rover. Pferde. Ein gutes Gulasch. In Teig ausgebackene Apfelringe in Zucker und Zimt gewälzt.
Der Wald ist jetzt schon anders. Durch die lange Trockenheit dieses Jahr fallen schon einige Blätter. Rote Beeren überall. Brombeeren. Schwarz. Eigentlich verrückt: tiefschwarzes Obst. Sie sind klein, da sie wenig Regen hatten, aber im Geschmack hochkonzentriert.
Die letzten zwei Tage war Wind. Noch war er warm. Aber er hat bereits stark gepustet, Gedanken in Bewegung gebracht. Und ändern sich die Gedanken, bleibt die Handlung auch nicht gleich.
August 2026.
Julia.